CHC Summit 2020: Keynote von Stephan Poschik



"...und dann läutet das Telefon, der Chef ist dran, ist total unentspannt, er braucht sofort etwas und ist auch noch grantig, weil er nicht direkt zur Mitarbeiterin gehen konnte und die Information aus dem Nebenbüro bekommen hat. Was glaubt ihr, wie geht’s dieser Mitarbeiterin? Natürlich nicht sonderlich gut. Und das ist eine der Situationen, mit der wir gerade in der Arbeitswelt zu kämpfen haben."

 

Ein Mentor von mir hat mir schon immer ein Zitat auf den Weg mitgegeben – ‚Never waste a good crisis‘. Und ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass dieser Spruch korrekt ist. Die Chancen in der Krise zu nutzen. In der Krise Dinge zu tun, zu denen man im ‚normalen‘ Alltag nicht kommt. Strategien und Konzepte hinterfragen und die Chance nutzen, sich als Unternehmen neu auszurichten. D.h. aktiv werden, handeln, tun, umsetzen.

Hier komme ich zu einem sehr wesentlichen Punkt. Welche Aufgabe haben denn gerade jetzt die Führungskräfte? Führungskräfte haben gerade jetzt Beziehungen zu ihren Mitarbeitern herzustellen. Naja, hoffentlich haben sie auch schon vor der Krise Beziehung zu ihren Mitarbeitern gehabt, aber gerade jetzt durch die räumliche Trennung mit dem Home-Office ist dieser Punkt so enorm wichtig. Dazu gehört auch, eine regelmäßige Kommunikation und die Mitarbeiter emotional ‚abholen‘.

Sind die Führungskräfte darauf vorbereitet? Ganz sicher die wenigsten. Unter anderem auch deswegen, weil wir so eine Situation in dieser Dimension einfach noch nie hatten. Es gibt in Wahrheit keine Erfahrungen damit und somit auch bei den Führungskräften ganz oft viel Unsicherheit. Und es ist auch zu bedenken, dass die Führungskräfte ziemlich sicher genau das gleiche Unsicherheits-Potenzial haben wie ihre Mitarbeiter. Auch die Führungskräfte wissen nicht wie es weitergeht, mit dem Unternehmen und damit mit ihnen.




NEVER WASTE A GOOD CRISIS

 

Ein sehr schönes Statement gab es auch in einem Beitrag vom Gallup-Institut: Führung mit Hoffnung – Vertrauen, Herzlichkeit, Stabilität und Hoffnung. Wenn sie das ihren Mitarbeitern authentisch geben können, werden sie als gigantomanische Führungskraft wahrgenommen und die Mitarbeiter werden unendlichen Arbeitseinsatz bringen.
 

Und es ist auch ganz klar – Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Das heißt, in dieser Krise und auch danach sehen wir, wer die wirklich guten Führungskräfte sind, wo die echten Leader im Unternehmen sind. Und hier liegt das große Potenzial für das Durchstarten nach der Krise. Jene Unternehmen, jene Führungskräfte die genau diese Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter decken konnten und sie noch stärkten, das sind jene Unternehmen die aus dieser Krise gestärkt hervorgehen werden. Und jene die das nicht geschafft haben, werden zu einem Teil in ein paar Monaten nicht mehr am Markt sein.

Der tatsächliche Zustand ist jedoch, dass sich viele Führungskräfte am liebsten hinter ihrem Notebook verstecken möchten und zu einem Teil es auch tun und den Kopf in den Sand stecken. Entweder weil sie überfordert sind oder weil sie viele Unsicherheiten haben und in Wahrheit ihrer Rolle als Führungskraft nicht gewachsen sind.

 

Die gesamte Aufzeichnung der interessanten Keynote von Stephan Poschik können Sie in Kürze mit einem exklusiven Zugang nachhören. Informationen dazu bekommen Sie in einem unserer nächsten Newsletter

 

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