CHC Summit 2020: Best-Practice mit Stephan Poschik, TKV Gruppe

 

Zu guter Letzt führte Stephan Poschik, in Vertretung, das Best-Practice Beispiel von der TKV Gruppe vor. Nachdem Stephan dieses Unternehmen seit mittlerweile fast vier Jahren intensiv begleitet, kennt er auch die gesamte Geschichte rund um das Betriebliche Gesundheitsmanagement.


Ausgangspunkt war, dass in der Geschäftsführung ein Generationenwechselt stattgefunden hat und dies war der Startschuss sich auch strukturiert mit dem Thema Gesundheit auseinander zu setzen. Vorausschickend sei noch erklärt was TKV heißt – es handelt sich dabei um die TierKörperVerwertung, welche dieses Unternehmen in vier Bundesländern hochprofessionell abwickelt. Es handelt sich hierbei also um teilweise sehr, sehr spezielle Arbeitsplätze mit wirklich herausfordernden Arbeitsbedingungen.

Und in diesem Unternehmen wollte man sich jetzt dem Thema Gesundheit widmen. Ausgangspunkt der gesamten Initiative war die HR-Chefin. Um dieses Projekt auch wirklich gut aufsetzen und starten zu können hat man sich einmal die Zeit für ein Konzept genommen und zugleich auch eine Strategie mit dazu entwickelt. Und es war von Beginn an klar, dass man dieses Projekt umfangreich angehen wird, daher war auch die Entwicklung einer Strategie so wesentlich. Weil ein Projekt kann man relativ rasch starten und durchführen, jedoch wo soll das Ganze in weiterer Folge hinführen. Genau diese Überlegungen wurden zu Beginn gemacht und eben in eine Strategie gegossen.

Startschuss des Projektes war dann eine Evaluierung der psychischen Belastungen (EPB) inklusive einer Befragung rund um die Gesundheit. Die EPB ist so und so auf dem Plan gestanden und da hat man dann ganz einfach noch einen zweiten Teil mit unterschiedlichsten Fragen rund um die Gesundheit angehängt. Vorteil bei dieser Art der Befragung ist, dass ich ‚alle‘ Informationen in einer Befragung erhalte und dass die Mitarbeiter auch nur einmal einen Aufwand haben.

Die Ergebnisse der Befragung waren dann der Input für Workshops mit den jeweils betroffenen Mitarbeitergruppen. Hier wurden dann Maßnahmen entwickelt, die total auf die jeweilige Gruppe zugeschnitten waren. Damit gab es erstens keine Reibungsverluste und zweitens eine immens hohe Akzeptanz bei den Mitarbeitern, weil es ja ‚ihre‘ Vorschläge, ‚ihre‘ Maßnahmen waren.

Eines der Maßnahmenbündel war eben auch, dass die Mitarbeiter etwas für ihre persönliche Gesundheit tun wollen. Der Unterschied zu früher war, diese Ideen sind von ihnen erarbeitet worden und hatten damit auch eine ganz andere Akzeptanz. Spannend, vor allem für die Unternehmensleitung, war, dass der Großteil der Vorschläge wenig bis gar nichts gekostet haben. Es sind oftmals nur echte Kleinigkeiten die es zu verändern gibt und schon ist der Arbeitsplatz oder sind die Arbeitsbedingungen ‚gesund‘. Fast 80% der Vorschläge waren in diesem Segment!

Eine der Maßnahmen waren auch sogenannten Gesundheitspass-Messungen. Hier werden insgesamt neun Vitalwerte mit der sogenannten Bio-Impedanz-Analyse gemessen und es gibt ein rund 10-minütiges Beratungsgespräch zu diesen Werten und zu möglichen Verbesserungen dieser Werte. An zwei Standorten gab es eine 100%-ige Beteiligung zu diesen Terminen, an den beiden anderen Standorten waren es auch rund 80% der Mitarbeiter die daran teilnahmen. Und nochmals kurz zur Erinnerung – wir reden hier von Mitarbeitern die in der TierKörperVerwertung tätig sind. Diese Maßnahme wurde durch den großen Erfolg verlängert und wird von uns noch immer jährlich durchgeführt.

 

Gütesiegel

Interessant war auch, dass bei den Lösungsvorschlägen auch Führungskräftetrainings dabei waren. Dazu muss man wissen, dass viele Jahre versucht wurde genau diese Trainings durchzuführen, es jedoch nie dazu gekommen ist. Jetzt wurde es im Rahmen der Workshops gemeinsam erarbeitet und siehe da – es gab eine volle Akzeptanz und es wurde ein mehrmoduliges Führungskräfte-Training, über einen Zeitraum von 18 Monaten, durchgeführt. Durch den großen Erfolg dieses Trainings wurde es auch auf Nachwuchsführungskräfte ausgeweitet.




Im Rahmen dieser Führungskräftetrainings entstand der Bedarf – wir brauchen Werte im und für unser Unternehmen. Also eine vollkommen spannende Entwicklung innerhalb kürzester Zeit. Den gleichen Führungskräften die viele Jahre lang Führungskräftetrainings boykottiert hatten, wurde jetzt bei einem Führungskräftetraining klar, dass das Unternehmen Werte benötigt. Die Geschäftsführung und die HR‑Chefin staunten über diese Entwicklung und waren total begeistert was sich innerhalb kurzer Zeit in den Köpfen zu bewegen begonnen hat, und somit sich das gesamte Unternehmen zu bewegen begonnen hat.

In unterschiedlich besetzten Workshops (Geschäftsführung, Führungskräfte und Mitarbeiter) wurden dann Unternehmens-Werte definiert. Diese wurden ausgerollt und zugleich wurde angeboten, dass es eine Ausbildung zu Wertebotschaftern gibt. Man hat gerechnet, dass pro Standort sich wahrscheinlich zwei, drei Leute melden werden…. Mehr als 30 Prozent der Mitarbeiter haben sich freiwillig zu Wertebotschaftern ausbilden lassen. Und auch hier möchte ich nochmals erwähnen – ich erzähle ihnen von einer Unternehmensgruppe die sich mit der TierKörperVerwertung beschäftigt.

 

Die gesamte Aufzeichnung der Podiumsdiskussion können Sie in Kürze mit einem exklusiven Zugang nachhören. Informationen dazu bekommen Sie mit einem unserer nächsten Newsletter

 

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