CHC Experten Interview #7 mit Christian Redl

 
Je besser die Vorbereitung ist, je besser das Team ist, desto geringer wird die Möglichkeit das etwas schiefgeht. Es ist also ein sehr, sehr gut kalkuliertes Risiko, wobei eines klar ist – ausschließen kann man im Leben nie etwas.

Und es geht auch um mein Gefühl – je besser mein Gefühl ist, umso sicherer wird es mir gelingen. Wenn ich mir im Vorfeld schon vieles/alles negativ ausdenke, dann werde ich ganz bestimmt scheitern.

Es geht hierbei auch sehr viel um Teamarbeit. Ich überlege mit meinem Team welche Gefahren könnten entstehen und gemeinsam überlegen wir, wie wir diese möglichen Gefahren im Vorhinein ausschließen bzw. wie wir das Risiko maximal minimieren können. Und erst wenn ich mich wirklich sicher fühle, und wirklich nur dann, mache ich diese Extremtauchgänge.

"Ich bezeichne mich daher auch gerne als Risikomanager" – weil wir alle erdenklichen Risiken zu identifizieren versuchen, diese zu minimieren/auszuschließen. Also das Risiko zu managen.

 

Ich habe jedoch sehr wohl Respekt vor der mir selbst gestellten Aufgabe. Keine Angst, aber Respekt. Und dies ist ein großer Unterschied. Respekt ist jedoch wieder sehr wichtig, damit die Vorbereitung wirklich ernst genommen wird und gut gelingt.

Ich habe selbst eine sehr wichtige Erfahrung in dieser Hinsicht gemacht. Nach meinem ersten gelungenen Weltrekordversuch war ich zu selbstsicher – ich dachte, was kann mir schon passieren, ich tauche jetzt jeden Weltrekord ‚im Vorbeigehen‘. Und bin dann beim zweiten Weltrekordversuch gescheitert, ich wurde bewusstlos. Dies war mir jedoch eine wichtige und große Lehre. Seitdem gehe ich vor jede große Aufgabe mit Respekt heran und damit bereite ich mich auch gewissenhaft darauf vor.

Auch sehe ich diesen gescheiterten Weltrekordversuch nicht als Niederlage, sondern ich habe sehr viel daraus gelernt, um solch‘ eine Erfahrung zukünftig zu vermeiden. In der Rückblende habe ich gesehen, dass mein Training unzureichend war, dass die gesamte Vorbereitung für den zweiten Weltrekordversuch schlecht war und dass ich einfach keinen Respekt gehabt habe.

Seit damals habe ich vor jeder größeren Aufgabe den dafür notwendigen Respekt. Dieser Respekt hilft mir ich zu fokussieren, zu konzentrieren und sich eben gut vorzubereiten und eben alle potenziellen Gefahren auszuschließen.

Der Unterschied zwischen Gefahr und Angst ist – die Gefahr ist real da sie wirklich existiert und die Angst ist als solches nicht existent. Angst bedeutet, dass es vielleicht zu einer Gefahr kommt, aber hier ist eben das Wort ‚vielleicht‘ dabei, welches ich durch die gewissenhafte Vorbereitung nahezu gänzlich ausschließe.

Angst blockiert dich auch beim Denken soll heißen – ohne Angst kannst du auch viel klarer denken. Du denkst viel mehr in Möglichkeiten. Mit Angst stehst du mit dem Rücken zur Wand und triffst dann ziemlich sicher die falschen Entscheidungen, oder noch viel schlimmer, du triffst gar keine Entscheidungen mehr. Und das ist das große Dilemma. Angst – blockiertes Denken – falsche oder gar keine Entscheidungen – und schon bist du in einem Negativkreislauf.


Eines muss uns auf alle Fälle bewusst sein – alles ist eine Entscheidung. Auch keine Entscheidung ist eine Entscheidung, nur bringt mich diese nicht weiter. Ich bin somit wie gelähmt, da sich die Situation nicht verändert.

"In jeder Krise steckt auch eine Chance"

Meine persönliche Situation war, dass innerhalb eines Tages alle meine Aufträge vorerst einmal bis Ende Juni storniert wurden. Nach zwei Tagen war wieder ‚normales‘ Denken möglich und so habe ich mich hingesetzt und unterschiedliche Szenarien entworfen. Ein Worst-Case- und ein Best-Case-Szenario. Auf einmal habe ich gesehen, dass auch im Worst-Case-Szenario ‚mein Überleben‘ gesichert ist.

In einem zweiten Schritt habe ich dann einmal nachgedacht, was ich in den letzten Jahren schon immer machen wollte. Ich wollte ein Buch schreiben – durch die stornierten Aufträge hatte ich auf einmal viel Zeit und habe dieses Buch geschrieben. Ich wollte mein Unternehmen breiter aufstellen und mehr mit den Möglichkeiten der Digitalisierung unternehmen – meine ersten Online-Seminare habe ich konzipiert und auch bereits zu einem Teil aufgenommen.

Das heißt, der abgedroschene Satz – ‚In jeder Krise steckt auch eine Chance‘ – auch wenn man es vielleicht nicht mehr hören kann, aber es ist tatsächlich so. In jeder Krise steckte (zumindest) eine Chance. Ich muss sie nur für mich erkennen und dann danach handeln. Es ist also die Frage – Wie gehe ich damit um.

 

Es geht darum eine Bestandsaufnahme zu machen, eine ehrliche Bestandsaufnahme. Dazu ist es auch notwendig Eigenverantwortung zu übernehmen. Und das habe ich schon vor der Krise bemerkt und das hat sich meiner Wahrnehmung nach jetzt noch weiter verstärkt – die Leute wollen keine Eigenverantwortung mehr übernehmen.

Meine Erfahrung ist: Man sollte sich im Leben immer zwei Fragen stellen. Und wenn man diese zwei wichtigen Fragen für sich beantworten kann, dann steht einem für das Handeln Tür und Tor offen.

  • WARUM möchtest du etwas? Und die zweite Frage lautet
  • WIE SEHR möchtest du es?

 

Und wenn du diese beiden Fragen beantworten kannst und dann die nötige Leidenschaft und Ausdauer an den Tag legst, wirst du dein Ziel auch erreichen. Auch wenn Probleme auf deinem Weg auftauchen, wirst du dich nicht aufhalten lassen – du wirst nach Lösungen suchen und sie auch finden. Weil du bist Lösungsfokussiert und nicht Problemorientiert, so wie der größte Teil unserer Gesellschaft.

Christian findest du über christianredl.com oder auf LinkedIn und Facebook. Dort bekommst du auch alle Informationen über sein neuestes Buch „Wirklich Leben heißt entscheiden“.

 

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