Betriebliches Gesundheitsmanagement


"BGM und Auswirkungen auf die Profitabilität eines Unternehmens"

Stephan Poschik im Gespräch mit Gerhard Krennmair
(Geschäftsführer von Pendl & Piswanger)

P&P beschäftigt sich sehr stark damit, Wegbegleiter von Unternehmen bei jeder Art von „Change“ zu werden. Herr Krennmair, gibt es Ihrer Meinung nach einen Zusammenhang zwischen BGM und der Profitabilität eines Unternehmens?

Ja, ganz eindeutig! Unternehmen, die sich damit beschäftigen, dass Ihre Mitarbeiter gesund sind, haben eindeutig eine bessere Performance als Unternehmen, die nicht darauf achten. Es gibt dazu sogar eine detaillierte Studie von McKinsey´s, den Organizational Health Index (OHI), die bestätigt, dass derartige gesundheitsorientierte Unternehmen einen drei Mal höheren „return to shareholder“ haben als jene, die sich nicht damit beschäftigen!

Gibt es in dieser Studie auch Details, wie lange es dauert, bis es messbare Resultate gibt?

Ja, auch dazu gibt es eine Aussage: Bereits nach 6-12 Monaten gibt es einen messbaren Erfolg und das unabhängig davon, in welcher Branche oder Region sich der Kunde befindet! Ja sogar unabhängig davon, ob das Unternehmen in einer Sanierung oder einem „Wir wollen besser werden Szenario“ befindet. Menschen, die gesund sind, leisten einfach mehr, es gibt weniger Krankenstände und auch die Belastbarkeit ist besser.

Wie repräsentativ ist diese Studie von McKinsey?

Es wurden über einen Zeitraum von 10 Jahren 1500 Firmen in 100 Ländern bezüglich Ihrer Zielerreichung beobachtet. 80% der Firmen, die konkrete und nachhaltige Maßnahmen im BGM gesetzt haben, haben ein deutlich besseres Ergebnis in Bezug auf ihre Profitabilität und „return to sharholders“ (TRS) erzielt. Ich denke, das ist eine klare Aussage, die keines weiteren Kommentars bedarf!

Abgesehen von Profitabilität, gab es auch andere Themen, die durch BGM verbessert wurden?

Ja, interessanterweise gab es messbare Verbesserungen in den Bereichen Innovation, Leadership und Motivation, die gemessen werden konnten. Ich würde sogar sagen, dass Mitarbeiter einfach „mehr Spaß“ bei der Arbeit hatten, auch das ist ein wichtiger Aspekt. So können zum Beispiel gemeinsame sportliche Aktivitäten den Teamgeist / Teamspirit erhöhen, fördern den aktiven Informationsaustausch zwischen Mitarbeitern und erhöhen zugleich den „fun-factor“…

Wenn ein Unternehmen plant, zu einer „gesunden Firma zu werden“, was würden Sie empfehlen, um schnell erste Erfolge zu haben?

Nun, ich würde zuerst einmal dem Managementteam empfehlen, als Vorbild zu agieren und selbst etwas gesünder zu leben. Die Rolle des Managements als Vorbild ist enorm und erhöht auch die Glaubwürdigkeit, dass die Themen ernst angegangen werden. Es ist natürlich notwendig, eine „BGM Strategie“ zu definieren, und ich würde auch aktiv den Betriebsrat zum „Mittäter“ am Erfolg dieser Strategie einbinden. Der Betriebsrat hat damit auch ein Thema, wo er aktiv das Leben aller Mitarbeiter positiv beeinflussen kann! Leadership, Strategie und Motivation sind für mich untrennbar mit dem Thema Gesundheit verbunden ……

 

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